Aus dem Jahresbericht 2009
Zu früh, zu spät – vom richtigen Timing in der Berufsorientierung Jugendlicher
Wie früh müssen Jugendliche aussagen, was sie werden wollen, und wie spät räumen wir – Bildungsträger und BerufsberaterInnen – ein, dass die Arbeitswelt viel schräger, individueller, viel mehr von Menschen, Situationen, Beziehungen, Vertrauen und vom Geist des Problemlösers bestimmt ist als das, was Lehrbücher und Spezifikationen der 349 Ausbildungsberufe vermitteln können. Ein, zwei, maximal drei Schülerpraktika zum „Reinschnuppern”, davon im Schnitt nur ein Drittel strategisch motiviert, und schon müssen Jugendliche wissen, welcher Beruf zu ihnen passt. Zurück in der Schule warten auch hier spezifische Anforderungen. So bleibt wenig Spielraum, um einen roten Faden in der eigenen Berufsorientierung zu finden.
Wo Arbeit ist, gibt es etwas zu tun
Für Firmen oder Privatpersonen gibt es hin und wieder Lücken im alltäglichen Ablauf zu schließen. Bei diesen kleinteiligen Tätigkeitsbereichen außerhalb des eigentlichen Arbeitsmarktes setzt TeenKom an. Seit Herbst 2008 organisiert TeenKom Blitzjobs für Jugendliche aus Schöneweide und umliegenden Stadtteilen. Mit ihrem Alias-Namen finden die Blitzjobber Freiraum, sich selbst neu zu entdecken. Dazu bietet TeenKom Steigerungspotential: als TeamLeiter, BlitzjobBetreuer und JuniorCoach. Diese – für den Jugendbereich – ungewöhnlichen Ansätze fördern bei den Jugendlichen so unternehmerisches Denken mit fairen Spielregeln.
Im Jahr 2009 zeigten 62 Jugendliche in Treptow-Köpenick in 458 Blitzjobs auf unterschiedlichste Art und Weise, was sie können.
Kleine Deals mit großer Wirkung
Wo es zunächst um einen „Deal” mit Blitzjobbern und Kunden geht, entsteht durch die Vernetzung der TeilnehmerInnen im Stadtteil eine Bildungsplattform auf Basis bürgerschaftlichen Engagements. Die Mentorenschaft der Kunden sowie die Teilhabe der jugendlichen Blitzjobber bilden die Grundlage für eine innovative, softwaregestützte Kultur der Flexibilität, Verbindlichkeit und des Qualitätsanspruchs.
Die Teilnahme von bislang 53 Unternehmen und Privatpersonen bezeugt, dass auch im eingespannten Alltag bürgerschaftliches Engagement zu Gunsten der Arbeitsweltintegration von Jugendlichen möglich ist.
Der Jahresbericht soll den Blick hinter die Kulissen von TeenKom öffnen: Mit Berichten und Geschichten aus dem Blitzjob-Alltag.
Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen, bei den vernetzten Organisationen, bei unseren ehrenamtlich Tätigen und vor allem auch bei Miriam Ehbets und Bettina Eden, die vor zwei Jahren zusammen entschieden, TeenKom nach Treptow-Köpenick zu holen.
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| Per Traasdahl | Clarissa Lempp | Patrick Grüneberg |
Vorstand Caiju e.V.,
TeenKom Entwicklung und Durchführung
- Kostenloser download: TeenKom Jahresbericht 2009, 22 Seiten mit Blitzjob-Geschichten, Statistiken, Fotos und Illustrationen
TeenKom Schöneweide wird von der EU / EFRE (Europäischer Fond für Regionale Entwicklung) und dem Land Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil (ZIS) kofinanziert
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