Jahresbericht 2009: Grußwort von Eigeninitiative und Rabenhaus

Verbindend ist das soziale Engagement

Was hat uns als Selbsthilfe- und Nachbarschafts-Einrichtungen bewogen, die Trägerschaft für das Modellprojekt TeenKom Schöneweide zu übernehmen?


Bürgerschaftliches Engagement hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vom verstaubten Helferbild zu einem vielfältigen Handlungsfeld für BürgerInnen aller Altersstufen und Herkünfte gewandelt.

Auch wenn der Verdacht keimt, bürgerschaftliches Engagement könne zum Lückenbüßer für schwindende staatliche Förderung werden, bleibt den Beteiligten in jedem Fall der Gewinn aus ihrem Engagement. Einerseits der Gewinn der Engagierten: Aktivität, Lernen, Selbstbewusstsein, Anerkennung, andererseits der Gewinn der Nutznießer: empfangene Hilfe, Anregung, Gemeinschaftserleben.

In diesem Sinn agiert auch TeenKom. Junge Menschen – bevorzugt solche, die auf anderen Ebenen Misserfolge mit klassischen Förderwegen erlebt haben – werden vor Ort in ihrem eigenen Lebensumfeld angesprochen, motiviert und engagieren sich dann für etwas, das sich ‚-jobs‘ nennt, aber eher eine freiwillige Arbeit gegen Aufwandsentschädigung ist. Die Partner für diese Jobs zeigen ihrerseits soziale Verantwortung für das Gemeinwesen, indem sie kleine, begrenzte Arbeitsmöglichkeiten für Jugendliche bereitstellen.

Die Kurzzeitjobs funktionieren als kreative Entdeckungsreisen in die eigenen Fähigkeiten und ins soziale Umfeld. Die schnell zu erlernenden Tätigkeiten ermöglichen den Jugendlichen, mit Freude eigenes Engagement in sichtbare Erfolge umzusetzen und gleichzeitig Orientierungsmöglichkeiten für ein späteres Berufsleben zu gewinnen.

Diese Kernziele von TeenKom erzeugen nachhaltige Nebeneffekte: innerhalb des Teenkom-Systems unterstützt der zeitlich begrenzte, spielerische Perspektivwechsel der Beteiligten den toleranteren Umgang miteinander und ermöglicht insgesamt eine Erweiterung des eigenen Horizonts. Ergebnis: akzeptieren und akzeptiert werden. Außerhalb erfolgt die Umsetzung dieses Projektes durch Zusammenarbeit und Vernetzung mit freien Trägern und kommunalen Institutionen. Innen- wie Außenfaktoren wirken stabilisierend auf die Gesamtdynamik im Stadtteil. Dieser Gewinn an sozialer Qualität vor Ort – durch Förderung der Chancengleichheit und Entwicklung von Perspektiven für Jugendliche, sowie deren Integration – war der Grund, die Trägerschaft für diese Projektphase zu übernehmen.

Miriam Ehbets, Leiterin Miriam Ehbets
Leiterin Rabenhaus e.V.
Das Nachbarschaftshaus in Köpenick
Bettina Eden, Leiterin Bettina Eden
Leiterin Eigeninitiative
Selbsthilfezentrum Köpenick & Treptow

TeenKom Schöneweide wird von der EU / EFRE (Europäischer Fond für Regionale Entwicklung) und dem Land Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil (ZIS) kofinanziert

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